Versicherungslexikon

Akupunkturkosten
Die Kosten für eine Behandlung mittels Akupunktur werden z. B. von einer Heilpraktikerversicherung übernommen. Allerdings gilt es auch bei dieser, den passenden Tarif zu wählen - nicht in allen Heilpraktikerversicherungen sind Akupunkturkosten enthalten. Teilweise werden diese auch nur bis zu einem gewissen Wert übernommen, beispielsweise pro Jahr gerechnet. Die gesetzliche Krankenkasse dagegen zahlt Akupunkturbehandlungen nur dann, wenn der Betroffene nachgewiesenermaßen unter chronische Schmerzen, zum Beispiel im Knie, im Rücken etc. leidet. In diesem Fall kann die Akupunkturbehandlung im Rahmen einer Schmerztherapie verschrieben werden, so dass auch die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Ambulante Zusatzversicherung
Die sogenannte ambulante Zusatzversicherung ist insbesondere für Versicherte in den gesetzlichen Krankenkassen konzipiert. Durch sie wird erreicht, dass bei einer ambulanten Behandlung durch einen Arzt der Versicherte wie ein Privatpatient behandelt wird. Dies gilt übrigens nicht nur für Schulmediziner, sondern auch für naturheilkundliche und alternativmedizinische Behandlungen. Man spricht bei der ambulanten Zusatzversicherung auch von einer integrierten Versicherung, die nur in einem Paket mit anderen Zusatzversicherungen abgeschlossen werden kann. Hierbei ist zu prüfen, ob diese anderen Versicherungen wirklich benötigt werden.

Auslandsreisekrankenversicherung
Die gesetzliche Krankenversicherung orientiert sich hinsichtlich der Leistungen immer an dem Land, in dem sich der Versicherte befindet. Bei Reisen ins Ausland kann dies zu einem Problem werden, insbesondere dann, wenn mit dem betreffenden Land kein Sozialversicherungsabkommen besteht. In diesem Fall erbringt die Kasse keine Leistung. Dieses Risiko kann durch den Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung aufgefangen werden. Sie zahlt ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlungen im Ausland, und erstattet auch die Kosten für den Krankenrücktransport des Versicherungsnehmers und einer Begleitperson.

Ayurveda
Ayurveda-Behandlungen kommen im Bereich der Naturheilkunde und der Alternativmedizin zum Einsatz. Es handelt sich dabei um die klassische indische Heilmethode, bei der der Mensch in Körper, Geist und Seele eingeteilt wird. Sind diese drei Faktoren nicht im Einklang, entstehen entsprechende Ungleichgewichtszustände und Krankheiten. Trotz des Umstands, dass Ayurveda mittlerweile mehrere tausend Jahre alt ist, werden die entsprechenden Behandlungen nicht durch die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland übernommen. Für die Übernahme der Kosten ist also der Abschluss einer Zusatzversicherung notwendig.

Basistarif
Der sogenannte Basistarif wurde für die privaten Versicherungen in Deutschland zum ersten Januar 2009 eingeführt. Er dient dem Zweck, eine günstige Grundversorgung auch in der privaten Krankenversicherung zu ermöglichen, insbesondere für ältere Versicherte. Somit soll der Basistarif in der privaten Krankenversicherung bezüglich seiner Leistungen denen der gesetzlichen Krankenversicherung ähneln. Dies impliziert auch, dass über die Leistungen der medizinischen Grundversorgung hinausgehende Behandlungen entweder vom Versicherten selbst gezahlt oder durch eine entsprechende Zusatzversicherung abgedeckt werden müssen.

Befundorientierte Festzuschüsse
Die befundorientierten Festzuschüsse kommen insbesondere bei Zahnbehandlungen zum Einsatz. Die Leistung der Krankenkasse orientiert sich dabei am Befund des Zahnarztes, nicht an der gewählten Behandlungsmethode. Für jeden Befund gibt es einen im Voraus festgelegten Zuschuss, der allerdings meist nur für die sogenannte Regelbehandlung ausreicht. Wer teurere Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen möchte, kann dafür eine spezielle Zahnzusatzversicherung abschließen.

Brillen
Gerade bei der Übernahme von Kosten, die für eine Brille oder für Kontaktlinsen entstehen, knausern die gesetzlichen Krankenkassen ganz besonders stark. Eine vollständige Kostenübernahme erfolgt heute nur noch für gesetzlich Krankenversicherte, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Und selbst dann muss der Patient ab einem Alter von 14 Jahren noch zuzahlen, wenn sich die Sehstärke nicht um mindestens 0,5 Dioptrien verschlechtert hat. Um solche Zuzahlungen zu vermeiden, gibt es eine spezielle Brillenzusatzversicherung. Diese übernimmt - unabhängig vom Alter und von der Seestärke des Versicherten - alle Kosten für Brillen oder Kontaktlinsen.

Brillenzusatzversicherung
Wie der Name bereits andeutet, ist die Brillenzusatzversicherung insbesondere für Menschen interessant, die unter einer Fehlsichtigkeit leiden. Dabei muss es nicht unbedingt eine Brille sein, auch für Kontaktlinsen werden von dieser Zusatzversicherung fast alle Kosten übernommen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen dagegen übernehmen Kosten zu Sehhilfen nur noch dann, wenn der Betroffene entweder minderjährig ist oder sich seine Sehkraft innerhalb von zwei Untersuchungen um einen Wert verschlechtert, der deutlich über 0,5 Dioptrien liegt.

Brücken
Die sogenannten Brücken kommen als Zahnersatz bei einer Zahnbehandlung zum Einsatz. Es handelt sich dabei um ein speziell angefertigtes Zahnersatzteil, das an mindestens zwei Pfeilerzähnen angebracht wird und somit einen oder mehrere nicht mehr vorhandene Zähne überbrückt. Brücken werden - wie viele andere Zahnersatzteile auch - von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel kaum noch bezuschusst. Daher ist eine separate Zahnzusatzversicherung für die meisten Menschen unbedingt anzuraten.

Chefarztbehandlung
Die sogenannte Chefarztbehandlung kann im Rahmen diverser Zusatzversicherungen in Anspruch genommen werden. So ist diese beispielsweise in einer Krankenhauszusatzversicherung fast immer enthalten. Doch was bedeutet eigentlich Chefarztbehandlung? In diesem Fall wird der Patient ausschließlich durch den Chefarzt behandelt, nicht etwa durch einen diensthabenden Stationsarzt. In diesen Genuss kommen Kassenpatienten allerdings nur noch in den seltensten Fällen. Wer jedoch Wert auf eine Chefarztbehandlung legt, der sollte die entsprechende Zusatzversicherung abschließen.

Direktversicherung
Unter einer Direktversicherung versteht man eine Versicherungsgesellschaft, die keine eigenen Geschäftsstellen unterhält und mit ihren Kunden ausschließlich über Internet, Telefon und Fax kommuniziert. Das Prinzip ist von den Direktbanken bekannt, von denen es inzwischen viele in Deutschland gibt. Durch das fehlende Netz von Geschäftsstellen können Direktbanken und Direktversicherungen ihre Leistungen für den Endkunden in der Regel ein ganzes Stück günstiger anbieten als die klassischen Vorbilder. Da der Kundenservice über Telefon und Internet in den letzten Jahren deutlich besser geworden ist, bevorzugen viele Verbraucher mittlerweile Direktversicherungen.

Doppelversicherung
Private Krankenzusatzversicherungen werden immer öfter in Form von Paketen angeboten. Dies soll für den Versicherten den Vorteil haben, nicht jede Versicherung einzeln abschließen zu müssen und zusätzlich durch den für den Versicherer reduzierten Verwaltungsaufwand auch noch Beitragskosten einzusparen. Allerdings kann es bei Zusatzversicherungen in Form von Paketen zu Überschneidungen einzelner Versicherungen kommen. Wer also zwei Pakete mit verschiedenen Zusatzversicherungen abschließt, in denen sich aber eine oder mehrere Versicherungen gleichen, der unterliegt der sogenannten Doppelversicherung. Diesbezüglich ist vorgeschrieben, dass die Leistungen der doppelten Versicherungen niemals oberhalb von 100 Prozent der tatsächlichen Gesamtaufwendungen liegen dürfen. Es besteht also nicht die Möglichkeit, Leistungen doppelt abzurechnen und somit als Versicherter Geld in die eigene Tasche zu erwirtschaften.

Ergänzungsversicherung
Der Begriff Ergänzungsversicherung deckt sich mit dem der Zusatzversicherung, er ist also ein weiterer Ausdruck dafür. Durch Ergänzungsversicherungen versucht man, die insbesondere in den letzten Jahren deutlich reduzierten Leistungen bei den gesetzlichen Krankenversicherung, teilweise aber auch bei privaten Krankenversicherungen auszugleichen. Somit kann der Versicherte bei Abschluss einer oder mehrerer Ergänzungsversicherungen Leistungen erhalten, die deutlich über die durch die Krankenkasse gewährte Grundversorgung hinausgehen.

Erstbeitrag
Nach Abschluss einer Zusatzversicherung wird der sogenannte Erstbeitrag fällig. Es handelt sich hierbei also um den zeitlich ersten Beitrag, alle danach entrichteten Beiträge werden als Folgebeiträge bezeichnet. Bei den meisten Versicherungen ist der Erstbeitrag nach Aushändigung des Versicherungsscheins durch den Versicherten zu zahlen. Dies erfolgt in der Regel durch eine Einzugsermächtigung bei der Bank. Alle Folgebeiträge können dann automatisch für den entsprechenden Zeitraum abgebucht werden.

Folgebeitrag
Als Folgebeiträge bezeichnet man alle Versicherungsbeiträge, die nach dem Erstbeitrag gezahlt werden. In der Regel werden diese Versicherungsbeiträge durch eine automatische monatliche Abbuchung von Konto des Versicherten entrichtet. Dazu muss zuvor die Genehmigung für einen Lastschrifteinzug erteilt werden. In der Regel ist der Folgebeitrag immer am Ersten eines Monats fällig. Wird der Beitrag nicht rechtzeitig gezahlt, erhält der Versicherte eine schriftliche Mahnung, verbunden mit einer Zahlungsfrist von mindestens zwei Wochen. Geht auch dann keine Zahlung beim Versicherer ein, befindet sich der Versicherte im qualifizierten Verzug und muss mit rechtlichen Folgen wie etwa einem Mahn- oder Vollstreckungsbescheid rechnen.

Freie Arztwahl
Grundsätzlich steht es jedem in Deutschland frei, einen Arzt selbst auszuwählen. Dies ist allerdings nur ein theoretischer Grundsatz. Soll die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Arztbehandlung übernehmen, muss sich der Patient für einen sogenannten Vertragsarzt entscheiden. Diesen Arzt kann er innerhalb eines Quartals auch nur dann wechseln, wenn besonders schwerwiegende Gründe vorliegen. Damit möchte man das so genannte „Arzthopping" verhindern, welches den Krankenkassen Kosten und bürokratischen Aufwand verursacht. Durch den Abschluss einer entsprechenden Zusatzversicherung wird es möglich, auch Ärzte in Anspruch zu nehmen, die nicht Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenversicherung sind. So ist die freie Arztwahl auch in der Realität wieder gewährleistet.

Gesetzliche Krankenversicherung
Für die medizinische Grundversorgung ist in Deutschland die gesetzliche Krankenversicherung zuständig. Sie soll die Gesundheit der Bevölkerung verbessern, erhalten oder wiederherstellen. Dabei gehört die gesetzliche Krankenversicherung zum staatlichen Sozialversicherungssystem. Bei Angestellten übernehmen jeweils der Arbeitgeber sowie der Versicherte selbst die Hälfte der Versicherungskosten, Selbstständige und Freiberufler können sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern, müssen dann die Beiträge aber komplett selbst tragen. Wie bereits erwähnt, dient die gesetzliche Krankenversicherung ausschließlich dazu, die medizinische Grundversorgung zu sichern. Alle Leistungen, die über diese Grundversorgung hinausgehen, müssen durch entsprechende Zusatzversicherungen abgedeckt werden, wenn sie der Versicherte in Anspruch nehmen möchte.

Gesundheitsprüfung
Bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung erfolgt in der Regel eine Gesundheitsprüfung. Hiermit soll der Gesundheitszustand des Versicherten bei Eintritt in die private Krankenversicherung festgestellt werden. Bestehen bereits Vorerkrankungen, können dafür Risikozuschläge vereinbart werden. Bei bestimmten Vorerkrankungen lehnen private Krankenversicherungen teilweise auch Bewerber ab. Für die meisten Zusatzversicherungen besteht keine Pflicht zu einer Gesundheitsprüfung.

Gesundheitsreform
Als Gesundheitsreform bezeichnet man einen Eingriff in die Bedingungen des Sozialversicherungssystems, insbesondere im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen. Das letzte Inkrafttreten einer Gesundheitsreform in Deutschland datiert vom April 2007. In diesem Zuge traten zahlreiche Veränderungen im Gesundheitssystem in Kraft. Es besteht beispielsweise eine Versicherungspflicht für jeden Bürger, außerdem können Versicherte seitdem die Wahltarife der Kassen in Anspruch nehmen, wodurch sich Beiträge einsparen lassen. Zusätzlich wurde festgelegt, dass ab dem Jahr 2009 die privaten Kassen den sogenannten Basistarif einführen müssen, der den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen ähnlich ist.

Gruppentarif
Da auch den gesetzlichen Krankenkassen bewusst ist, dass sie heute nur noch die medizinische Grundversorgung bieten können, haben einige Kassen spezielle Verträge mit privaten Zusatzversicherern abgeschlossen. Das bedeutet: Die GKV bietet der gesamten Gruppe ihrer Mitglieder die jeweilige Zusatzversicherung an. Da durch dieses Vorgehen viele Verträge abgeschlossen werden, genießt jeder Versicherte den Vorteil eines günstigen Gruppentarifs. Trotzdem ist es angebracht, die Gruppentarife auch mit denen einer einzeln abgeschlossenen Zusatzversicherung zu vergleichen. Ein Nachteil besteht beim Gruppentarif darin, dass der Versicherte diesen bei einem Wechsel der Krankenkasse nicht zum neuen Versicherer mitnehmen kann.

Härtefallregelung (GKV)
In der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland existiert eine sogenannte Härtefallregelung, die dafür sorgen soll, dass kein Versicherter durch Zuzahlungen finanziell überfordert wird. Aus diesem Grund gibt es eine Obergrenze für Zuzahlungen. Diese orientiert sich am jeweiligen Haushaltseinkommen. Somit darf die jährliche Eigenbeteiligung zwei Prozent der Bruttoeinnahmen des Haushalts des Versicherten nicht überschreiten. Zuzahlungen können jedoch bereits im Voraus vermieden werden, indem der Versicherte die benötigten Zusatzversicherungen zur Grundabsicherung durch die gesetzliche Krankenversicherung abschließt.

Heilpraktikerbehandlung
Wer statt der Schulmedizin eine Behandlung beim Heilpraktiker bevorzugt, der muss - zumindest als Kassenpatient - die Leistungen in der Regel komplett selbst bezahlen. Grund dafür ist, dass Heilpraktiker meist keine sogenannte Kassenzulassung haben und somit nicht berechtigt sind, Leistungen nach Vorschrift der Krankenkassen zu erbringen. Lediglich bei Privatversicherungen wenn die Kosten für Heilpraktikerbehandlungen übernommen. Wer als gesetzlich Krankenversicherter das Risiko nicht eingehen möchte, die Behandlungen beim Heilpraktiker selbst zahlen zu müssen, der kann eine entsprechende Zusatzversicherung abschließen. Eine solche Zusatzversicherung ist häufig auch im Paket mit anderen Zusatzversicherungen zu günstigen Preisen erhältlich.

Heilmittel
Unter Heilmitteln versteht man u. a. medizinische Bäder, Massagen, Bestrahlungen, Inhalationen sowie das große Feld von Physiotherapie bzw. Krankengymnastik. Sofern diese Behandlungen ärztlich verordnet werden, besteht ein tariflicher Leistungsanspruch gegenüber der Krankenversicherung. Allerdings gilt dies nur, wenn sie durch ausgewiesenes Fachpersonal durchgeführt werden, also z. B. durch einen medizinischen Bademeister, einen anerkannten Masseur etc. Auch Heilpraktiker können solche Behandlungen durchführen, hier werden die Kosten allerdings nur dann übernommen, wenn der Patient eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hat. In diesem Fall entfällt auch die übliche Zuzahlung bei gesetzlich Krankenversicherten i. H. v. von 10% der Kosten des Mittels zuzüglich 10 Euro je Verordnung.

Hilfsmittel
Der Begriff Hilfsmittel umfasst beispielsweise Hör- und Sehhilfen, Gehhilfen, orthopädische Schuhe, Einlagen, künstliche Gliedmaßen, Bandagen sowie Krankenfahrstühle und Stützapparate. Die Kosten für diese Hilfsmittel werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, allerdings nur für die jeweils einfachste Ausführung. Wer bessere bzw. komfortablere Hilfsmittel in Anspruch nehmen möchte, der sollte eine entsprechende Zusatzversicherung abschließen. In diesem Fall entfällt auch die Zuzahlung (für Volljährige) in Höhe von 10 % des Preises für das jeweilige Hilfsmittel.

Inlays
Als Inlays bezeichnet man eine besondere Form von Zahnfüllungen. Sie sind haltbarer und technisch ausgereifter. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt bei Inlays allerdings nur jene Kosten, die auch durch eine normale Zahnfüllung entstehen würden. Ist das Inlay teurer, so muss der Patient die zusätzlich anfallenden Kosten selbst übernehmen. Allerdings gibt es Zusatzversicherungen, die speziell für diesen Zweck konzipiert sind, und die über die Kosten einer normalen Zahnfüllungen hinausgehende Beträge für den Versicherten übernehmen.

Jahrespolice
Die sogenannte Jahrespolice kommt insbesondere bei Auslandsreisekrankenversicherungen zum Einsatz. So nennen sich Zusatzversicherungen, die speziell für Auslandsreisen konzipiert wurden. Dabei stehen bei den meisten Versicherern verschiedene Policen zur Auswahl, zum Beispiel die Kurzzeitpolice oder auch die Jahrespolice. Beim Abschluss von Letzterer besteht der Versicherungsschutz im Rahmen von Auslandsreisen für ein gesamtes Jahr, also nicht nur für einzelne Urlaube oder kurzzeitige Auslandsaufenthalte. Der Versicherungsschutz gilt in der Regel weltweit, also auch außerhalb der EU-Länder.

Karenzzeit
Beim Abschluss einer privaten Zusatzversicherung muss der Versicherte in der Regel einige Zeit warten, bevor er erstmals die Leistungen aus der Versicherung in Anspruch nehmen kann. Diesen Zeitraum nennt man Karenzzeit oder auch einfach Wartezeit. Durch die festgelegte Zeitspanne möchten die Versicherer erreichen, dass der Kunde die jeweilige Police nicht nur deswegen abschließt, weil bei ihm eine akute Erkrankung vorliegt. Je nach Vertragsart und Versicherungsgesellschaft kann die Karenzzeit zwischen vier Wochen und mehreren Monaten liegen. Während der Karenzzeit kann der Versicherte noch keine Leistungen aus der abgeschlossenen Zusatzversicherung empfangen. Es gibt allerdings auch Versicherungsarten, die keine Karenzzeit vorsehen, z. B. viele Krankenhaus-Zusatzversicherungen.

Krankenhauswahl
Die Wahl eines Krankenhauses fällt Betroffenen oftmals schwer. Über viele Krankenhäuser kursieren Gerüchte und Halbwahrheiten, die jedoch in den seltensten Fällen stimmen. Trotzdem gibt es ein beruhigendes Gefühl, als Patient sein Krankenhaus selbst auswählen zu können. Gesetzlich Krankenversicherte sind hierbei jedoch stark eingeschränkt, da sie sich nur in Krankenhäusern behandeln lassen können, welche in vertraglicher Verbindung mit der Krankenkasse stehen. Privatkliniken sind somit für gesetzlich Krankenversicherte weitgehend tabu. Es sei denn, der Patient hat eine Krankenhauszusatzversicherung abgeschlossen. Bei den meisten dieser Versicherungen ist eine freie Krankenhauswahl integriert, hinzu kommen weitere Leistungen, die nicht durch die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt sind, wie zum Beispiel die Behandlung durch den Chefarzt.

Krankentagegeldversicherung
Der Arbeitgeber zahlt im Krankheitsfall lediglich für die Dauer von sechs Wochen den Arbeitslohn weiter. Danach springt die gesetzliche Krankenversicherung mit ihrer Leistung ein, allerdings beträgt diese dann nur noch 70 % des Nettogehalts. Um die Differenz auszugleichen, kann eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen werden. In diesem Fall zahlt die Versicherung ein Krankentagegeld, dessen Höhe individuell vereinbart werden kann. Es wird unabhängig von einem Krankenhausaufenthalt bezahlt und ist steuer- und sozialabgabenfrei.

Medizinische Grundversorgung
Die medizinische Grundversorgung in Deutschland wird durch die gesetzlichen Krankenversicherungen bereitgestellt. Jeder Bürger hat hierzulande die Pflicht, sich krankenversichern zu lassen. Doch was bedeutet medizinische Grundversorgung eigentlich? Gesetzlich ist dieser Begriff so definiert, dass die medizinische Grundversorgung alles umfasst, was aus ärztlicher Sicht notwendig ist, um die Gesundheit des Patienten zu erhalten oder wiederherzustellen. Leistungen, die darüber hinausgehen, fallen nicht unter die medizinische Grundversorgung müssen daher vom gesetzlich krankenversicherten Patienten selbst übernommen werden. Wer dies nicht möchte, kann entsprechende private Zusatzversicherungen abschließen, so dass dann auch weitere Leistungen mit im Versicherungsschutz eingeschlossen sind.

Mutterschaftsgeld
In einem Zeitraum von sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Geburt eines Kindes erhalten Frauen das sogenannte Mutterschaftsgeld. Es kann bis zu 13 Euro am Tag betragen. Bleibt noch eine Differenz zum vorher gezahlten Nettogehalt, muss der Arbeitgeber diese ausgleichen. Privat krankenversicherte Frauen erhalten zusätzlich ein einmaliges Mutterschaftsgeld in Höhe von 200 Euro, welches das Bundesversicherungsamt spendiert. Wer nicht erwerbstätig oder selbstständig und gleichzeitig gesetzlich krankenversichert ist, erhält ebenfalls Mutterschaftsgeld, und zwar in Höhe des bekannten Krankengeldes. Privat versicherte Frauen haben allerdings keinen Anspruch auf das Mutterschaftsgeld.

Obliegenheiten
Die sogenannten Obliegenheiten sind die Pflichten des Versicherten, welche im Versicherungsvertrag oder auch im Gesetz verankert sind. Erfüllt der Versicherte seine Obliegenheiten nicht, ist der Versicherer dazu berechtigt, die zugesicherten Leistungen zu kürzen oder ganz zu streichen. Eine Leistungsverpflichtung besteht für ihn in diesem Fall nicht mehr.

Orthopädische Einlagen
Orthopädische Einlagen werden in Schuhen getragen und dienen dazu, die Konstitution des Körpers bzw. des Bewegungsapparates zu verbessern. Sie können nach Krankheiten, Operationen oder Unfällen zum Einsatz kommen. In den gesetzlichen Kassen werden diese Hilfsmittel lediglich einmalig mit knapp 50 Euro bezuschusst. Entsprechende Zusatzversicherungen übernehmen dagegen oft die gesamten Kosten für handgefertigte orthopädische Einlagen.

Pflegekostenversicherung
Eine Pflegekostenversicherung übernimmt jenen Teil der Pflegekosten, welcher nach Abzug der Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung überbleibt. Je nach Tarif wird dabei entweder der gesamte Restbetrag übernommen, oder nur ein Teil davon.

Pflegetagegeldversicherung
Durch den Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung erhält der Versicherte im Pflegefall einen vertraglich vereinbarten Betrag in Form eines täglichen Pflegegeldes. Wie der Versicherte dieses Geld verwendet, bleibt ihm überlassen. Er muss es also nicht zwingend für entsprechende Leistungen im Pflegebereich einsetzen.

Pflegezusatzversicherung
Seit Anfang 2013 besteht für jeden Pflegeversicherten die Möglichkeit, eine staatlich geförderte und ergänzende private Pflegezusatzversicherung (GEPV) abzuschließen. Die staatliche Förderung beträgt dabei 60 Euro pro Jahr. Um diese zu erhalten, müssen derzeit mindestens zehn Euro pro Monat vom Versicherten in die Police eingezahlt werden. Die Förderung erfolgt in diesem Fall automatisch über den Versicherer, der Versicherungsnehmer muss sie also nicht separat beantragen.

Pflichtversicherungsgrenzen
Angestellte und Arbeiter sind pflichtversicherte Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dies gilt allerdings nur, solange ihr regelmäßiges Bruttojahresarbeitseinkommen 75 Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht übersteigt. Diesen Prozentsatz bezeichnet man auch als Pflichtversicherungsgrenze. Liegt das Einkommen höher, kann sich der Arbeitnehmer entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung weiter versichern lassen oder zu einer privaten Krankenkasse wechseln.

Private Krankenversicherung
Während in der gesetzlichen Krankenversicherung die Beiträge vom Einkommen des Versicherten abhängen, bestimmen in der privaten Krankenversicherung andere Faktoren die Höhe der Beiträge. Dies sind beispielsweise das Alter, das Geschlecht und der Gesundheitszustand des Versicherten. Und selbstverständlich hängen die Beiträge auch vom gewünschten Leistungsumfang ab. Allerdings steht die PKV nur Selbstständigen und Arbeitnehmern ab einer bestimmten Einkommenshöhe offen.

Private Pflegezusatzversicherung
Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt längst nicht die Kosten für alle Leistungen, sondern sichert lediglich die Grundversorgung des Versicherten. Wer mehr möchte, kann eine private Pflegezusatzversicherung abschließen. Sie übernimmt die Kostendifferenz zwischen den Leistungen der GPV und den tatsächlichen Aufwendungen im Pflegefall.

Psychotherapie
Psychotherapeutische Behandlungen gehören zum Regelleistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen. Bei privaten Krankenversicherungen ist eine Leistungsübernahme abhängig vom Vertrag und dem gewählten Tarif. Wie auch in der GKV ist die Leistung hier meist auf die Übernahme einer bestimmten Anzahl von Sitzungen pro Kalenderjahr begrenzt. Abhilfe kann der Abschluss einer entsprechenden Zusatzversicherung bringen.

Publizitätspflicht
Versicherungen müssen grundsätzlich hohe Anforderung an die Veröffentlichung ihrer Wirtschaftsrahmendaten erfüllen. Diese Anforderungen fasst man unter dem Begriff Publizitätspflicht zusammen. So muss beispielsweise in jedem Jahr ein Geschäftsbericht veröffentlicht werden.

Regelleistungsvolumen (RLV)
Das sogenannte Regelleistungsvolumen bestimmt, wie ambulante Leistungen von Ärzten versicherungstechnisch abgerechnet werden. Dazu muss man wissen: Die meisten ambulanten Leistung werden heute nicht mehr einzeln abgerechnet, sondern über das Regelleistungsvolumen. Daraus ergeben sich große bürokratische Einsparpotenziale. Seit 2009 ist das Regelleistungsvolumen so gestaltet, dass die Vergütungen der Ärzte anhand der Fallzahlen des Vorjahres immer am Anfang eines Quartals festgelegt werden.

Reise- oder Auslandskrankenversicherung
Für Menschen, die sich - beruflich oder privat - viel im Ausland aufhalten, bietet sich der Abschluss einer Reise- bzw. Auslandskrankenversicherung als Zusatzversicherung zur bestehenden Krankenversicherung an. Sie übernimmt die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen im Ausland, egal ob ambulant oder stationär. Zusätzlich deckt diese Versicherung auch die Kosten für einen eventuellen Rücktransport an den Wohnsitz in Deutschland oder in das nächstgelegene Krankenhaus ab. Bestehende Krankheiten sind in der Regel jedoch nicht durch diese Form einer Zusatzversicherung abgedeckt.

Restkostentarif
Der sogenannte Restkostentarif kommt bei Krankenhauszusatzversicherungen zum Einsatz. Ist er im Versicherungsvertrag verankert, so übernimmt die Versicherung auch die Kosten, die durch einen höheren Tagessatz in der jeweiligen Klinik entstehen. Diese Kosten werden beim Abschluss einer Zusatzversicherung ohne Restkostentarif, welche mit einem Wahlleistungstarif versehen ist, in der Regel nicht übernommen.

Rooming in
Wenn Kinder im Krankenhaus stationär behandelt werden müssen, so stellt dies nicht nur für die Kinder selbst eine erhebliche Belastung dar, sondern auch für die Eltern. Abhilfe schafft in diesem Fall zum Beispiel ein zusätzliches Bett im Zimmer des Kindes, so dass ein Elternteil direkt dort mit übernachten kann. Krankenhäuser stellen für Eltern, die dies wünschen, in der Regel eine separate Rechnung aus, die privat bezahlt werden muss. Ist jedoch im Vertrag für eine Krankenhaustagegeldversicherung das sogenannte „Roaming in“ enthalten, übernimmt die Versicherung die für das zusätzliche Bett entstehenden Kosten und begleicht außerdem auch weitere Kosten, die durch die Unterbringung eines Elternteils bei dem Kind entstehen.

Sehhilfen
Ähnlich wie bei Zahnersatz werden auch Sehhilfen, also beispielsweise Brillen oder Kontaktlinsen, insbesondere von den gesetzlichen Krankenkassen nur noch sehr lückenhaft bezuschusst. Die Kasse übernimmt allenfalls die Kosten für die absolute Grundversorgung, alles was darüber hinausgeht, muss der Versicherte selbst tragen. Es sei denn, er hat eine spezielle Brillenzusatzversicherung abgeschlossen. Diesem Fall übernimmt die Versicherung sämtliche Kosten für medizinisch notwendige Seehilfen oder zahlt zumindest einen im Vertrag festgelegten Zuschuss, der den der gesetzlichen Krankenkassen in der Regel deutlich übersteigt.

Selbstbehalt
Den Selbstbehalt bezeichnet man auch als Selbstbeteiligung oder Kostenbeteiligung bzw. Zuzahlung. Es handelt sich hierbei um jenen Anteil, der immer selbst tragen muss, wenn der Versicherungsfall eingetreten ist. Der Selbstbehalt kann entweder als absolute Summe oder als Prozentanteil der tatsächlich entstandenen Kosten festgelegt werden. Für die Versicherungsgesellschaften dienen die Selbstbehalte als kostendämpfender Faktor. Gäbe es sie nicht, würden die Versicherungsbeiträge für fast alle Policen wesentlich höher ausfallen.

Standardtarif
Als Standardtarif bezeichnet man einen einheitlichen Tarif der privaten Krankenkasse, der durch einen gesetzlich festgelegten Höchstbeitrag gedeckelt ist. Dieser Tarif soll in der privaten Krankenversicherung eine soziale Schutzfunktion übernehmen und richtet sich insbesondere an Menschen, die einen besonders preiswerten Tarif suchen. Es gibt für den Standardtarif allerdings nur eine sehr begrenzte Auswahl von Zusatzversicherungen, außerdem ist er nicht für jede Personengruppe verfügbar.

Sterbegeld
Kommt ein Familienmitglied zu Tode, entstehen in der Folge für die Bestattung und das gesamte Drumherum nicht unerhebliche Kosten. Bis zum Jahr 2004 zahlten die gesetzlichen Krankenkassen daher ein sogenanntes Sterbegeld aus, das diese Aufwendungen auffangen sollte. Seitdem wurde diese Leistung allerdings ersatzlos gestrichen. Dafür gibt es eine spezielle Sterbegeldversicherung, die in Form einer Zusatzversicherung abgeschlossen werden kann, und die sogar in der Regel bessere Leistungen bietet als der ursprüngliche Sterbegeld-Schutz in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Tagegeld
Beim Abschluss einer Krankenhauszusatzversicherung erhält der Versicherte für jeden Tag der stationären Behandlung im Krankenhaus einen bestimmten Betrag. Doch nicht immer sind die Leistungen aus der Krankenhauszusatzversicherung unbedingt notwendig. Bei kleineren Operationen und anderen ambulanten Behandlungen reichen auch die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung häufig aus. In diesem Fall zahlt die Krankenhauszusatzversicherung trotzdem eine Pauschale, die als Tagegeld bezeichnet wird.

Tarifwechsel
Bei einem Wechsel des Tarifes innerhalb einer privaten Krankenversicherung oder einer Krankenzusatzversicherung gibt es grundsätzlich zwei Wege, wie dieser Wechsel vonstatten gehen kann. Erfolgt aufgrund tariflicher Bestimmungen eine Erhöhung des Versicherungsschutzes oder der Versicherte erhält mit dem neuen Tarif eine Leistungsminderung, wird der Wechsel ohne sogenannten Risikocheck durchführt. Möchte der Versicherte jedoch wechseln, um fortan eine Erhöhung des Versicherungsschutzes zu genießen, muss er bei fast allen Versicherungen eine spezielle Risikoprüfung durchführen lassen. Erst nach Bestehen dieser Prüfung kann er in den neuen Tarif wechseln.

Überführung
Stirbt ein Versicherter im Ausland, entstehen beim Rücktransport ins Heimatland immense Kosten. Nicht in jeder Krankenversicherung sind diese Leistungen eingeschlossen. Daher ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung in vielen Fällen sinnvoll. Sie übernimmt sämtliche Kosten, die vor und während des Rücktransportes des Verstorbenen entstehen.

Umlageverfahren
Insbesondere bei der gesetzlichen Krankenversicherung, aber auch bei der Pflege- und der Rentenversicherung in Deutschland kommt das Umlageverfahren zum Einsatz. Dabei werden die vom Versicherten eingezahlten Beiträge direkt wieder dafür verwendet, Leistungen für die Versicherten auszuschütten. Somit kann die Versicherung nur wenige Rücklagen aus den Beitragszahlungen bilden. Das gegensätzliche Prinzip zum Umlageverfahren ist das Kapitaldeckungsverfahren. Hierbei werden die Beiträge der Versicherten zunächst angespart und somit verzinst. Dieses Prinzip kommt häufig bei privaten Krankenversicherungen und bei Zusatzversicherungen zum Einsatz.

Unfallzusatzversicherung
Grundsätzlich gibt es gesetzliche und private Unfallversicherungen sowie Unfallzusatzversicherungen. Diese Versicherungsformen dürfen nicht verwechselt werden. Die Unfallzusatzversicherung erfüllt den Zweck, den bestehenden Schutz durch eine Lebensversicherung oder eine Kapital-Rentenversicherung zu ergänzen. Dabei erhöht sich die Versicherungssumme der Hauptversicherung, wenn der Tod des Versicherten durch einen Unfall eintritt. Nutznießer sind in diesem Fall also die Hinterbliebenen bzw. jene Person, die im Versicherungsvertrag aufgeführt sind.

Versicherungsfall
Der Versicherungsfall ist ein Ereignis, durch das die Leistungspflicht des Versicherers in Kraft tritt. In welchen Fällen dieses Ereignis offiziell eingetreten ist, wird im Vertrag bzw. in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt. Somit ist der Eintritt des Versicherungsfalls Voraussetzung dafür, dass der Versicherte Leistungen durch die Versicherungsgesellschaft erhält.

Versicherungspaket
Nicht jede Zusatzversicherung kann einzeln abgeschlossen werden. Einige dieser Versicherungen gibt es nur in vom Versicherer vorgegebenen Paketen. Teilweise hat aber auch der Kunde die Möglichkeit, sich selbst aus verschiedenen Zusatzversicherungen ein individuelles Versicherungspaket zusammenzustellen. Probleme kann es bei der Kündigung solcher Versicherungspakete geben. Es ist nicht möglich, nur eine der im Paket enthaltenen Zusatzversicherungen separat zu kündigen. Kündigt der Kunde also die Versicherung, so werden damit automatisch alle im Paket enthaltenen Policen gekündigt. Daher ist es wichtig, sich genau zu überlegen, welche Zusatzversicherungen benötigt werden bzw. sinnvoll sind.

Vertragsinhalte / Vertragsmerkmale
Im Versicherungsvertrag sind sowohl die Beiträge für den Versicherten als auch die Leistungen, die der Versicherer im Versicherungsfall auszahlt, klar definiert. Man spricht dabei auch von den Vertragsinhalten oder den Vertragsmerkmalen. Als Interessent sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf die Vertragsinhalte legen, denn hier entscheidet letztendlich, wann Sie die Leistung ausgezahlt bekommen. Auch kleinste Details sind hier von großer Wichtigkeit.

Wahlleistungstarif
Bei privaten Krankenzusatzversicherungen kann der Versicherungsnehmer in der Regel zwischen dem Wahlleistungstarif und dem Restkostentarif wählen. Dabei berechtigt der Wahlleistungstarif den Versicherten, selbst zu wählen, welche Leistungen er in Anspruch nehmen möchte. So kann er beispielsweise die Unterbringung in einem Einzelzimmer oder die Kosten für eine Chefarztbehandlung vom Versicherer übernehmen lassen, dafür muss er die Extrakosten für Behandlungen in weiter entfernten Kliniken selbst tragen. Aufgrund der großen Flexibilität entscheiden sich die meisten Kunden beim Abschluss einer privaten Krankenhauszusatzversicherung für den Wahlleistungstarif.

Wartezeit
Wird eine private Krankenzusatzversicherung neu abgeschlossen, legt der Versicherer in der Regel eine Wartezeit fest, in der die Versicherung noch keine Leistung erbringt. Diese Wartezeit variiert von Versicherung zu Versicherung, oft beträgt sie für ambulante und stationäre Leistungen drei Monate, für Zahnbehandlungen und Zahnersatz sechs bis acht Monate. Bei der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung beträgt die Wartezeit fünf Jahre, ohne staatliche Förderung reduziert sie sich auf drei Jahre. Allerdings entfällt bei Unfällen sowie beim Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung die jeweilige Wartezeit. Für Interessenten ist daher wichtig, die gewünschten Zusatzversicherungen möglichst frühzeitig abzuschließen, damit der gewünschte Schutz so schnell wie möglich vorhanden ist.

Zahlungsverzug
In einem Zahlungsverzug befindet sich der Versicherte im Rahmen des Vertragsverhältnisses mit einer Zusatzversicherung immer dann, wenn er seine Beiträge nicht fristgerecht bezahlt. In der Regel handelt sich hierbei bei Zusatzversicherungen um einen Zeitraum von vier Wochen nach Fälligkeit. Danach erfolgt eine Mahnung und der Versicherte hat nochmals vier Wochen Zeit, die Beiträge zu zahlen. Tut er dies nicht, wird der Versicherer leistungsfrei gestellt. Somit ruht die Versicherung und der Versicherer ist nicht dazu verpflichtet, im Versicherungsfall Leistungen auszuschütten. Außerdem genießt er das Recht, den Versicherungsvertrag fristlos zu kündigen. Trotzdem muss der Kunde die rückständigen Beiträge vollständig begleichen.

Zahnbehandlung / Zahnersatz
In Bezug auf Zahnbehandlungen bzw. Zahnersatz übernehmen die gesetzlichen Kassen heute nur noch die absoluten Basisleistungen, zum Beispiel zwei jährliche Vorsorgen sowie Zahnbehandlungen, die keinen Zahnersatz erfordern. Auch die privaten Krankenversicherungen geizen inzwischen mit den Leistungen. Durch den Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung lassen sich die teils immensen Kosten für eine Zahnbehandlung deutlich abfedern. Dabei können auch weiterhin Leistungen der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung bezogen werden, die darüber hinaus gehenden Kosten übernimmt die Zusatzversicherung.

Zahnlaborkosten
Beim Anfertigen von Zahnersatz oder anderen Leistungen, die durch Zahnlabors erbracht werden, rechnen diese Leistungen nach verschiedenen Modellen ab. Zum einen kann hier das Bundeseinheitliche Verzeichnis zahntechnischer Leistungen zugrunde gelegt werden, oft verwendet man aber auch die Bundeseinheitliche Benennungsliste für zahntechnische Leistungen für diesen Zweck. Vorgeschrieben ist, das die verwendete Berechnungsart in den Vertrag zwischen Patient und Arzt aufgenommen werden muss. Für Betroffene empfiehlt es sich, sich zunächst einen Heil- und Kostenplan vom Zahnarzt erstellen zu lassen. Zusätzlich sollte auch ein Kostenvoranschlag des Labors eingeholt werden, in dem sowohl die Materialien als auch die Laborkosten berücksichtigt werden.

Zahnprophylaxe
Unter dem Sammelbegriff Zahnprophylaxe fasst man sämtliche Maßnahmen zusammen, die darauf abzielen, die Zähne auf lange Sicht gesund zu halten. Zum einen kann der Versicherte hierbei selbstständig entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen, zum Beispiel durch eine gesunde Ernährung und gute Mundhygiene, andererseits bieten aber auch Zahnärzte prophylaktische Leistung, zum Beispiel die bekannte Zahnreinigung oder die Entfernung von Zahnstein. Teilweise werden diese Leistungen durch die Krankenkassen bezuschusst, insbesondere die gesetzlichen Krankenversicherungen haben die diesbezüglichen Leistungen jedoch in den letzten Jahren stark eingeschränkt. Zusatzversicherungen übernehmen meist einen deutlich höheren Kostenanteil an sämtlichen Maßnahmen zur Zahnprophylaxe.

Zahnstaffel
Die sogenannte Zahnstaffel kommt bei den Leistungen für Zahnbehandlungen und für Zahnersatz im ersten Versicherungsjahr zum Einsatz. Sie sieht vor, dass in diesem Jahr die entsprechenden Leistungen begrenzt sind. Allerdings gibt es nicht bei jeder Versicherung eine solche Staffel. Auch die Höhe der Begrenzung sowie die Dauer sind von Versicherung zu Versicherung sehr unterschiedlich. Wenn eine Zahnbehandlung infolge eines Unfalls notwendig wird, entfallen eventuell bestehende Begrenzungen vollständig. Unter Umständen kann durch den Abschluss einer Zusatzversicherung eine bestehende Zahnstaffel entsprechend aufgefangen werden, so dass die Zusatzversicherung die Differenz zwischen der begrenzten Leistung und den tatsächlich entstehenden Kosten übernimmt.

Zahnzusatzversicherung
Durch den Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung kann man mitunter viel Geld sparen. Grund dafür sind die immens reduziert Leistungen im Bereich der Zahnbehandlungen und des Zahnersatzes insbesondere der gesetzlichen Krankenversicherungen. Aber auch private Krankenversicherungen übernehmen heute längst nicht mehr eine solch große Fülle an Leistungen, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war. Versicherte sollten darauf achten, dass die Ausschüttung der Leistung der Zusatzversicherung nicht an eine Vorleistung durch die gesetzliche Krankenkasse gebunden ist. In diesem Fall könnten beispielsweise Implantate überhaupt nicht bezuschusst werden, da die gesetzlichen Krankenversicherungen diese nicht berücksichtigen.

Zuzahlungen
In den Bedingungen der gesetzlichen Krankenversicherung ist grundsätzlich vorgesehen, dass alle Leistungen eine Zuzahlung des Versicherten in Höhe von zehn Prozent der Kosten erfordern. Diese Zuzahlung ist allerdings auf einen Betrag von 10.- Euro begrenzt, sie kann also nicht höher ausfallen. Der entsprechende Mindestbetrag liegt bei 5.- Euro. Lediglich Kinder und Jugendliche sind bis zur Vollendung ihres 18. Lebensjahres von diesen Zuzahlungen befreit. Hinzu kommt außerdem noch die Praxisgebühr, welche zehn Euro pro Quartal beträgt und die jeweils beim ersten Besuch eines Hausarztes, Facharztes oder Zahnarztes gezahlt werden muss. Diese Praxisgebühr wird unabhängig von allen anderen Zuzahlungen erhoben, sie wird auch dann berechnet, wenn sich der Versicherte lediglich ein Rezept ausstellen lässt oder eine telefonische Beratung wünscht.

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